08.11.2013

Anfänge

Ganz allmählich reift meine Geschichte, beginnen meine Figuren zu leben, werden die Orte realer, die Handlungsstränge beängstigender.

Aber ich gebe zu, es fällt mir schwer. Schon die Hauptperson - immer dasselbe Spiel. Sie soll weiblich sein, Mitte Dreißig und ... hm.... nicht mal ein Name fiel mir ein. Erst hieß sie Greta, dann Bettina, Tina, Bea, dann liebäugelte ich mit Franziska, was aber zu Fingerakrobatik führen würde, wenn man sie fünfhundertmal im Text erwähnt. Caro? Steffi! Nein, doch lieber Katja oder...

Ich bin so froh, dass ich einen ganz wunderbaren, aktiven und großen Freundeskreis auf Facebook habe. Ich habe ihnen meinen Kummer erzählt und die Namensfindung einfach ihnen überlassen. Die Resonanz war überwältigend: 1855 Personen haben sich meinen Beitrag angesehen, 92 haben ihre Kommentare hinterlassen.

So sah das Ergebnis nach der Auszählung aus:




Thea!

Herzlich willkommen!

Und schon die nächste Frage: Wie sieht sie aus? Dunkle Haare, unbedingt.  Klein und zierlich soll sie werden und für ihren Beruf (nein, den verrate ich hier noch nicht) ein großes Fingergeschick haben.

Jetzt bin ich in ihrem Kopf. Was denkt sie? Wie wurde sie erzogen? Streng? Überbehütet? Nebenbei? Welch ein Mensch ist sie geworden? Welche kleinen Geheimnisse aus der Vergangenheit trägt sie in sich, die vielleicht bald aufbrechen werden, wenn sie in die Handlung eingreifen muss?

Und dann der Bösewicht. Je mehr ich ihn "kenne", umso mehr mag ich ihn. Wenn das so weitergeht, wird er den Mord, der für ihn vorgesehen ist, gar nicht mehr begehen können. Aber die Entscheidung muss er selber treffen, immer deutlicher schält sich heraus, dass er mein heimlicher Liebling wird. Was für eine Überraschung!

Und so grübel ich, ändere den Plot in meinem Kopf ein wenig nach hier oder nach da, beginne derweil mit der Umfeldrecherche in Werkstätten, im Wald, in mir fremden Berufen und Leidenschaften, lege die Informationen über das eigentliche Thema, das ich in diesem Buch beleuchten möchte, weit weg. Dazu komme ich noch früh genug. Ich weiß, dass es mir den Schlaf rauben wird. Ich werde so viele schreckliche Dinge erfahren und kein einziges davon erzählen, nur andeuten, andeuten, andeuten. Kein leichtes Unterfangen... Bis ich soweit bin, die erste Zeile zu Papier zu bringen, wird das neue Jahr anbrechen, fürchte ich.

Die Karteikarten für jeden einzelnen, der mich wichtig ist, sind geschrieben. Das sieht vordergründig so aus:





Wie im wahren Leben liegen die Details und psychischen Befindlichkeit natürlich auf der Rückseite, im Verborgenen. Die Hauptpersonen also "stehen", sie haben mir auch schon deutlich gesagt, was sie gern tun möchten und wovor sie sich fürchten. Als nächstes werde ich mich mit den Randfiguren (kleine Karteikarte) befassen, die im Hintergrund die Fäden ziehen müssen. Und dann ...

Fortsetzung folgt!




Kommentare:

  1. Wahnsinn an was man als Autor(in) alles denken muss, ich könnte das nicht!

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  2. Ich könnte das auch nicht. Danke, dass du uns teilhaben lässt. Liebe Grüße Nadine (Booklooker)

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