24.06.2013

Ein kleines Geheimnis....

Heute will ich ein kleines Geheimnis lüften:

Vor ein paar Jahren ging es mir wie wohl vielen Autoren: Ich hatte eine massive Sinnkrise, während der ich beschloss, nicht mehr zu schreiben.

Statt dessen wollte ich das Leben genießen, endlich einmal für meine Lieben "Zeit" haben und - nun ja, ganz ohne Beschäftigung geht es nicht - unter vielem anderen endlich, endlich Italienisch lernen.

Welch ein Glücksfall, dass ich "über drei Ecken" mit Signor Marchetti bekannt gemacht wurde, einem liebenswürdigen Pensionär - gebürtiger Italiener -, der bereit war, mir im privaten Umfeld ein paar Lektionen in seiner Heimatsprache zu erteilen.

Wir hatten viel Spaß dabei, trafen uns regelmäßig, kannten aber nur unsere Namen voneinander, sonst nichts Privates. Er war "Signor Marchetti", ich "Signora Hampp".

Erst ein halbes Jahr später fiel der Groschen: "Sie sind ja die Krimiautorin", staunte er. Und ab diesem Zeitpunkt ließ er mir keine Ruhe mehr: Welcher Baden-Badener Schauplatz denn - nach Paradies, Rennbahn und Grandhotel - als nächstes als Tatort ausgeguckt sei, wollte er wissen. Dass ich mit dem Schreiben abgeschlossen hatte, wollte er nicht gelten lassen.

Irgendwann beichtete ich ihm, dass eigentlich das berühmte Spielcasino an der Reihe gewesen wäre, aber die Recherche mir extrem aufwendig erschienen war.

Da strahlte der Mann: "Wissen Sie eigentlich, dass ich 33 Jahre Croupier im Spielcasino Baden-Baden gewesen bin?", rief er. Und dann begann er, mir all die kleinen Geheimnisse auszuplaudern, die für einen Autor so wertvoll und inspirierend sind. Am Ende dieser Unterrichtsstunde hatte ich so viele charmante kleine Geschichten über den Spielbetrieb des Casinos gesammelt, dass eine Umkehr nicht mehr möglich war. So öffnete ich meine Schreibtischschubladen wieder und begann - mit Feuereifer - zu arbeiten.

Das "Baden-Badener Roulette" kam vor zwei Jahren heraus und ist immer noch ein Dauerbrenner. Erst am Wochenende habe ich wieder eine große Gruppe "Roulette"-Leser im Rahmen einer Krimi-Führung zu Gast gehabt und sie durch die Stadt bis ins Casino begleitet.

Dabei ist auch dieses Foto entstanden, das mich an der Seite von Herrn Marchetti zeigt. Erstaunlicherweise gab es nie zuvor ein gemeinsames Foto von uns.





Ich ruhe mich nun beileibe nicht auf meinen Lorbeeren aus.

Mit "Das Rosenhaus am Merkur" ist letztes Jahr ein erster Unterhaltungsroman erschienen, und die begeisterte Reaktion meiner Leser hat mir gezeigt, dass ich der Genrewechsel voll geglückt ist. Was wiederum mich sehr glücklich macht, weil mir diese Geschichte sehr am Herzen lag.

Und Anfang September kommt mein erster Psychothriller heraus. Der Titel: "Im Dunkel der Schuld". Dazu demnächst mehr...





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