22.10.2012

Ein neuer Roman entsteht





Endlich geht es weiter!

Schon vor knapp einem halben Jahr packte mich eine Roman-Idee, und entgegen all meiner Gewohnheiten pfiff ich aufs gründliche Vorbereiten und fing mit Feuereifer an zu schreiben. Gut hundert Seiten wurden es, dann musste ich eine Zwangspause einlegen, weil das Leben urplötzlich etwas anderes von mir wollte, einen Umzug nämlich, der mich viel Kraft und Zeit kostete, obwohl er doch innerhalb der Stadt nur von einer Straße in eine andere führte. (Meine neue Adresse ist unter "Impressum" zu finden.)

Hinzu kamen, in wundervoller Zusammenarbeit mit einer ganz großartigen Lektorin, umfangreiche Polier-Arbeiten an meinem Psychothriller, der Mitte nächsten Jahres bei einem sehr renommierten Verlag erscheinen wird. (Ich hoffe, ich darf schon bald das tolle Cover zeigen.)

Nun ist dies alles erledigt und ich dachte, ich könnte nahtlos den alten Faden wieder aufnehmen und weiterstricken. Aber so einfach ist das nicht bei mir. Die Figuren sind mir fremd geworden, ich entdeckte beim Durchlesen handwerkliche Schwachstellen, obwohl ich zum ersten Mal in meinem Leben am stilitischen Aspekt nichts auszusetzen hatte. Und nun rächte es sich, dass ich so fröhlich und spontan losgelegt hatte. Es gibt Kollegen, die jederzeit genau da weitermachen können. Für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Mir fehlen ausgearbeitete Figuren, ein durchdachtes Konzept, ein Kapitelfahrplan - auch wenn der Kern dessen, was ich erzählen möchte, natürlich immer ganz klar  vor meinen Augen steht. Plötzlich erschien mir meine Hauptperson blutleer, ohne Leidenschaft. Würde ich es schaffen, die Geschichte doch noch aufzunehmen, die so sehr drängt, geschrieben zu werden?

Es gibt Phasen im Autorenleben, da stellt man sich die Sinnfrage: Soll man überhaupt weiterschreiben? Warum? Ist die Geschichte so gut, dass sie erzählt werden sollte? Interessiert sie überhaupt jemanden?

Zum Glück erlebten wir hier in den letzten Tage einen "goldenen Oktober", der mich hinauszog in die ausgedehnten Waldgebiete Baden-Baden, wo ich all diesen Fragen nachhing, wo ich versuchte, mir ein Leben ohne Schreiben vorzustellen (unmöglich!), wo ich allmählich wieder zu mir fand. Und siehe da - Schritt für Schritt näherte ich mich meinem Roman wieder an, neue Figuren begleiteten mich, und mit der Leidenschaft meiner Heldin hat es auch endlich geklappt.

Mit anderen Worten: Es geht voran. Diesmal allerdings mit mehr Disziplin. Auf dem Foto oben zeige ich ein Einblick in meine Schreibwerkstatt. Ich konstruiere mir sehr datailliert Personen aus Fleisch und Blut, keine Hirngespinste, sondern Menschen, die leben, leiden, lachen, weinen, Ängste überwinden und Sorgen abwägen. Menschen, die eine schwere Last aus der Kindheit mit sich herumschleppen und plötzlich einer "Er-Lösung" nahe kommen, Menschen, die im Alter alles Schlimme vergessen oder auch nahe daran sind, an den Folgen des Alterns zu verzweifeln, und natürlich auch Menschen, die erfahren, dass es nie zu spät ist für die Liebe. Ach ja, die Liebe...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen